Aus der Wüste an den See

Zeithistoriker Volker Benkert ist für ein halbes Jahr unser Gastdozent / Michael Mayer in Arizona

Tutzing/Phoenix / Akademie / Online seit: 08.01.2015

Von: Michael Schröder

Unser Zeithistoriker Michael Mayer wird das erste Halbjahr 2015 auf Einladung der Arizona State University als Visiting Fellow in Phoenix (USA) verbringen. Dort wird er an seinem Forschungsprojekt „Democratization and Emotionalization of Democracy in West-Germany and the USA from 1949 until 1990“ arbeiten. In dieser Zeit kommt als Gastdozent Volker Benkert (43) zu uns. Benkert wurde in Frankfurt am Main geboren hat zuletzt acht Jahre an der Arizona State University als Lecturer gearbeitet. Wir stellen den neuen Kollegen im Interview vor.

Wo haben Sie Ihre Ausbildung begonnen?

Ich bin in Darmstadt zur Schule gegangen. Danach habe ich in Marburg und Bonn Zeitgeschichte und Englisch studiert. Zwischendurch war ich immer wieder zum Studium im Ausland – in Russland, in Schottland und in der Schweiz. Insgesamt zwei Jahre. Nach dem Examen habe ich am Haus der Geschichte in Bonn und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig gearbeitet.

Wie ging es dann weiter?

Ich hatte eine Stelle an der Universität Bonn, um an der Promotion zu arbeiten. Über die Humboldt-Stiftung habe ich meine Frau kennengelernt. Sie ist Amerikanerin und Chemikerin und wir sind beide in die USA gegangen. Dort konnte ich Prof. Konrad Jarausch als Doktorvater gewinnen.

Gab es im Studium schon Schwerpunkte?

Auf jeden Fall die DDR-Geschichte. Darüber habe ich auch meine Examensarbeit geschrieben. Über das Haus der Geschichte hatte ich die Möglichkeit, am Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig zu arbeiten. Von dort konnte ich immer rüber zur „Runden Ecke“ gehen. Das war das ehemalige Stasi-Hauptquartier und ist heute eine Gedenkstätte. Während dieser Zeit entstand auch mein Dissertationsthema: Wie haben Leute, die um 1970 in der DDR geboren wurden, die Jahre nach 1989 und den Transformationsprozess erlebt? Ich finde die besonders interessant, weil sie ihre Sozialisation noch in der DDR bekommen haben und dann mit dem Sprung ins neue System konfrontiert wurden.

Wie sieht Ihre jetzige Tätigkeit aus?

Als Lecturer muss ich viel unterrichten. Daneben habe ich die Möglichkeit ein neues Holocaust-Museum, das gerade gebaut wird, zu beraten. Und ich arbeite an der Schlussphase meiner Dissertation an der Universität Potsdam. Sie wird wohl zum 25. Jahr der Deutschen Einheit erscheinen.

Ihre jetzige Tätigkeit passt ja auch gut zur Arbeit, die Sie hier in der Akademie erwartet.

Ja, ich mache gerne Holocaust-Forschung, bin aber auch in der DDR-Geschichte zuhause.

Gibt es noch ein anderes Lieblingsthema?

In den USA nennen wir das Memory Studies. Das ist die Beschäftigung mit Gedenkkultur; nicht nur, aber auch in den Medien.

Was reizt Sie an der Arbeit in Tutzing?

Die Tagungen und Konferenzen sind toll. Für mich ist es eine Riesenmöglichkeit, wieder mit deutschen Kollegen in Kontakt zu kommen.

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Dr. Michael Schröder
Tel: 08158 / 256-21
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