EU/USA

US-Generalkonsul William E. Moeller spricht zur Europäischen Einigung

Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in München, William E. Moeller, sprach an der Universität Passau. Sein Thema: „Die EU und die USA: Der europäische Einigungsprozess und seine gegenwärtigen Herausforderungen aus amerikanischer Perspektive". Eingeladen hatten die Akademie für Politische Bildung Tutzing und der Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europäische Politik an der Universität Passau.


Generalkonsul Moeller sprach kurz, in deutscher Sprache, und deutlich: So sieht er Europa als Friedensstifter, Wahrer der Menschenrechte und Zone vergleichsweise stabiler wirtschaftlicher Verhältnisse, als Modellregion für den ganzen Globus – und sprach zugleich eine Warnung aus: der europäische Integrationsprozess sei nicht unumkehrbar, den derzeitigen Tendenzen zur Re-Nationalisierung müsste entgegen gewirkt werden.

Gerade die Vereinigten Staaten könnten glücklich sein über die Entwicklung in Europa. „Die USA sind stolz darauf, dass sie dieses Projekt von Anfang an begleiten konnten." Dem Aspekt, dass die von der USA dominierte Sicherheitsarchitektur nach dem Zweiten Weltkrieg der Ausgang einer europäischen Einigung gewesen sei, werde heutzutage nicht genug Beachtung geschenkt. Aller Affären und „Fuck the EU" zum Trotz: die Beziehungen zu den EU sind zentral für die USA.

Zudem ist sich Moeller sicher: die europäische Zone des Wohlstands kann mit einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA weiter ausgebaut werden. „Ich weiß, dass gerade in Bayern – wo es so gut läuft – oft gefragt wird: brauchen wir noch mehr Wachstum, noch mehr Handel? Darauf antworte ich Ihnen: wenn Sie die Welthandelsordnung stabilisieren wollen, Arbeiterrechte und die Umwelt schützen wollen, dann wollen Sie das Freihandelsabkommen."

Die Vortrag des US-Generalkonsuls William E. Moeller war Teil der Politiksimulation „EuropaPolitik erleben!", die seit zwei Jahren von der Akademie für Politische Bildung Tutzing mit großem Erfolg in ganz Bayern veranstaltet wird. Am 10./11. Februar 2014 schlüpften an der Universität Passau 66 deutsche, österreichische und tschechische Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene. Die Simulation dient dem Ziel, in ihnen den europäischen Gedanken zu fördern, sie für politische Prozesse und politische Teilhabe zu interessieren.


News zum Thema

Donald Trump und die USA im Nahen und Mittleren Osten

Weltmacht im Alleingang

Donald Trump und die USA im Nahen und Mittleren Osten

Tagungsbericht, Tutzing, 19.12.2018

Foto © Pixabay CC0/MiH83

Wahlen und Wahlrecht sind Kernstück der politischen Ordnung und stehen damit im Fokus legaler wie illegaler Einflussnahme. Tagung über Sperrklauseln, Einschüchterungen, Betrug, Cyber-Attacken und Social-Media-Kampagnen.

Zahlenzauber und Techniktricks

Manipulierte Wahlen

Tagungsbericht, Tutzing, 29.11.2018

Foto © Jörg Siegmund

Meghan Gregonis ist seit Juli 2018 US-Generalkonsulin in München und kam im November zum Austausch in die Akademie für Politische Bildung

Brückenbauerin über Isar und Atlantik

US-Generalkonsulin Meghan Gregonis zu Besuch in der Akademie

Aus der Akademie, Tutzing, 12.11.2018

Zukunft Europas. Der Reformprozess zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Nationalismus, Alleingänge und Angriffe auf die Grundwerte der EU gefährden den Zusammenhalt.

Die Zukunft Europas

Der Reformprozess zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Tagungsbericht, Tutzing, 12.09.2018

Foto © Pixabay CC0

Deutsch-französische Lösungsstrategien zur Stabilisierung des Euro / Kurzanalyse der Akademie für Politische Bildung

Wie der Euro stabilisiert werden soll

Deutsch-französische Strategien für die Währungsunion / Akademie-Kurzanalyse 2/2018 von Wolfgang Quaisser

Publikation, Tutzing, 27.07.2018

Foto © Pixabay CC0/Hans