Arbeit an der Vergangenheit

Das 20. Jahrhundert im Gedächtnis der Nachkriegsgenerationen in Deutschland und Russland

Tutzing/Tscheljabinsk / Publikation / Online seit: 20.11.2014

Von: Beryll Kunert

# Osteuropa und Russland, Nationalsozialismus

Vergangenheit macht Arbeit, Erinnerung ist Arbeit. Dies zeigt sich vor allem, wenn deutlich wird, dass sich die Vergangenheit nicht einfach bewältigen oder sogar überwältigen lässt. Der vorliegende Sammelband untersucht in vergleichender Perspektive, wie die »Arbeit an der Vergangenheit« in Deutschland und Russland im 20. Jahrhundert verlief.

Welche Probleme ergab beispielsweise das langjährige Verschweigen der unbequemen Aspekte der eigenen Vergangenheit? Wie entwickelte sich die öffentliche Auseinandersetzung mit Vergangenheit in beiden Ländern? Welche Rolle spielte das »geteilte Gedächtnis« in Deutschland, wobei der Umgang der DDR mit der Geschichte eher dem sowjetischen als dem westdeutschen Modell entsprach?

Insgesamt wird die Frage der Erinnerungskultur mit der Generationengeschichte verwoben und nicht nur in methodischer Hinsicht diskutiert. Auch generationelle Erinnerungsorte wie der Zweite Weltkrieg werden untersucht. Weitere Abschnitte befassen sich mit der Generation als privatem Deutungsmuster, mit der generationellen Fiktionalisierung der Vergangenheit oder dem Themenbereich Erinnerungsorte und generationelle Identität.

Diese gemeinsame Publikation der Akademie für Politische Bildung Tutzing, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst entsprang der internationalen Konferenz »Die Arbeit an der Vergangenheit. Das 20. Jahrhundert im Gedächtnis und in der Kommunikation russischer und deutscher Nachkriegsgenerationen« vom 3. bis 17. September 2012 in Tscheljabinsk.


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